Psychotherapie / Beratung / Supervision             Email: Thomas Groinig             Telefon: +43 (0)660 632 31 33

Beratung meint jegliche Form von unterstützenden Gesprächen mit Familien und Familienmitgliedern in einem Beratungsraum, im Zuhause der Familie oder auch an Orten des familiären Alltags. Inhalt können sowohl die Beziehungen der Familienmitglieder als auch ihre materielle und soziale Lebenswelt sein. Sie dienen den Klienten zur Information und Orientierung, Deutung und Klärung, oder auch zur Unterstützung von Handlung und Bewältigung.

Familientherapie - Psychotherapie - Thomas Groinig

Arbeitsprozess

In der Familienberatung fokussieren wir vor allem auf zwei Ebenen, die intrapsychische und die interpsychische Ebene. Der Prozess der dadurch stattfindenden Veränderung kann von den Familienmitgliedern als sehr intensiv, emotional und beängstigend wahrgenommen werden.

Erstgespräch

Das Erstgespräch dient dazu, sich kennenzulernen, den gemeinsamen Auftrag zu klären und bereits auf inhaltliche Fragen einzugehen. In diesem bildet sich die Familie eine Meinung zu mir als Therapeut und auch darüber, ob eine gemeinsame Arbeit aus ihrer Sicht stattfinden kann. Wichtig ist auch darauf zu achten, dass alle Familienmitglieder gleichermaßen gehört und verstanden werden.

Anliegenklärung

Die Anliegenklärung ist Teil des Erstgespräches, kann aber auch während des gesamten Prozesses immer wieder neu bearbeitet werden. Zum Ende des Erstgesprächs sollte es der Familie gemensam mit dem Therapeuten gelungen sein, ein gemeinsames Ziel zu formulieren und ein gemeinsames Arbeitsbündnis zu schließen.

Gemeinsamer Entwicklungsprozess

Das Beziehungsangebot des Therapeuten der Familie gegenüber als auch das Benennen beobachtbarer Interaktion- und Kommunikationsmuster führt dazu, dass die Familienmitglieder sich gesehen und verstanden fühlen, aber auch sich selbst und die vorhandene Dynamik in der Familie besser verstehen können. Im Verlauf des Prozesses gilt die Aufmerksamkeit nicht nur den vorhandene Problemen, sondern ebenso den Ressourcen oder beobachtbaren positiven Veränderungen.

Abschiedsphase

Die Ablösungsphase dient dazu, dass Erlerntes stabilisier wird und ohne die Hilfe von außen angewendet werden kann. Am Ende dieses Prozesses steht das Abschlussgespräch, welches im Idealfall mit allen Familienmitgliedern stattfindet. Hier wird gemeinsam reflektiert, welche Entwicklungsschritte für jedes einzelne Familienmitglied zentral waren, aber auch, welche Veränderungen innerhalb der Familie wahrgenommen werden. Das Aufgreifen von Emotionen und Erfahrungen kann dazu beitragen, dass die Familie neue Erfahrungen macht, die zur Heilung alter negativer Erfahrungen führen kann.

 

Bildnachweis: Nathan Dumlao / Unsplash

Krisenintervention - Psychotherapie - Thomas Groinig

Krisenintervention ist eine kurzfristige Einflussnahme von außen, wenn sich eine Situation für ein Individuum oder ein soziales System akut bedrohlich zuspitzt.

Das Ziel der Intervention ist, eine kritische Entwicklung zur möglichen Katastrophe aufzuhalten und zu bewältigen. Auslöser sind im Regelfall plötzliche, massive Veränderungen der Lebensbedingungen, beispielsweise durch Sterbebegleitung oder Tod eines nahen Angehörigen, durch Gewalterfahrungen, durch ein Naturereignis, einen Unfall oder durch eine schwere Erkrankung.

Die Betroffenen sollen durch die professionelle Hilfe dazu befähigt werden, die Lebenskrise zu bewältigen.

 

Bildnachweis: Brian McGowan / Unsplash

Kosten

  • Einzeltherapie: € 70,– (50 Minuten)
  • Paartherapie/Paarberatung: € 90,– pro Paar (50 Minuten)
  • Gruppentherapie/Gruppenselbsterfahrung: € 35,– pro Termin (90 Minuten) und Person

Ein Kostenzuschuss über die Krankenkassa ist derzeit nicht möglich.

Bezahlung

Der Betrag ist nach der Stunde zu begleichen. Derzeit ist nur Barzahlung möglich.

Absageregelung

Vereinbarte Termine sind verbindlich. Wenn Sie einen vereinbarten Termin nicht wahrnehmen können, bitte ich Sie, mich mindestens 24 Stunden vorher zu informieren, um die Stunde kostenfrei abzusagen. ​Bei kurzfristiger Absage bzw. bei Nicht-Einhalten eines Termins ist die Einheit voll zu bezahlen.

Erstgespräch

Der Entschluss mit Therapie zu beginnen ist oft mit Ängsten und innerlichem Stress verbungen. Darum vereinbaren wir zu Beginn ein Erstgespräch, um uns gegenseitig kennenzulernen und festzustellen, ob Sie sich bei mir gut aufgehoben fühlen. Dies ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für das Entstehen einer vertrauensvollen Beziehung und erfolgreichen Psychotherapie.

Im Erstgespräch machen Sie die Erfahrung, wie eine Therapiestunde ablaufen kann. Wir sprechen über Ihre Anliegen, um gemeinsam herausfinden, ob Psychotherapie für hilfreich ist und ich als Therapeut für Sie geeignet bin. Weiters werden auch Ihre Erwartungen, sowie die Rahmenbedingungen einer Psychotherapie besprochen.

Es können noch einige Probe-Sitzungen notwendig sein, um zu einer verbindlichen Therapievereinbarung zu kommen.

Dauer

Die Dauer Ihrer Psychotherapie ist abhängig von Ihrem Anliegen und dem Therapieziel. Dies kann eine Kurzzeittherapie, eine vorübergehende Krisenbegleitung oder eine länger andauernde Psychotherapie sein.

Frequenz

Üblicherweise findet eine Psychotherapiesitzung wöchentlich statt. Der Abstand kann, abhängig von Ihrem Anliegen, kürzer oder länger sein. In jedem Fall ist eine gewisse Regelmäßigkeit für den therapeutischen Prozess empfehlenswert.

Als Psychotherapeut in Ausbildung unter Supervision befinde ich mich im letzten Abschnitt der Ausbildung. ​Dieser Status berechtigt zur unmittelbaren und eigenverantwortlichen therapeutischen Arbeit mit KlientInnen und verpflichtet mich zu regelmäßiger Supervision bei erfahrenen Kolleg*innen mit zusätzlicher Lehrausbildung (Lehrsupervisor*innen). Somit ist die fachliche Qualitätskontrolle der Psychotherapie gewährleistet. Eine Verrechnung mit der Krankenkasse ist für Psychotherapeut*innen in Ausbildung unter Supervision leider nicht möglich. Um diesen Nachteil für Sie auszugleichen, bieten die meisten Psychotherapeut*innen in Ausbildung unter Supervision ihre Dienste daher zu günstigeren Tarifen an.

Die psychotherapeutische Beziehung als ein maßgeblicher Wirkfaktor für den Erfolg einer Psychotherapie stellt ein besonders schützenswertes Gut dar. Basis dieser Beziehung sind oftmals Vertrauen und Sicherheit.

Neben meinem persönlichen Anliegen eine vertrauensvolle Atmosphäre zu schaffen, unterliege ich als Psychotherapeut in Ausbildung unter Supervision der psychotherapeutischen Verschwiegenheitspflicht, die ein zentrales Element in der Psychotherapie darstellt. Sie sollen sich in der Psychotherapie sicher sein können, dass Sie alles sagen können, was Sie sagen möchten, und keine Sorge haben müssen, dass diese Informationen Dritten zugänglich gemacht würden – weder anderen Privatpersonen noch Behörden.

Ich bin grundsätzlich dazu verpflichtet, über alle mir in Ausübung meines Berufes anvertrauten Inhalte zu schweigen. Das betrifft alle Inhalte, auch schriftliche Aufzeichnungen. Diese absolute Verschwiegenheitspflicht ist auch nach Beenden einer Psychotherapie aufrecht. Ausgenommen davon sind im Gewaltschutzgesetz 2019 aufgeführte schwere strafbare Handlungen, die auch durch Psychotherapeut*innen anzuzeigen sind.

 

Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten unterliegen laut § 15 des Psychotherapiegesetzes einer gesetzlich verankerten absoluten Verschwiegenheitspflicht. Diese Verschwiegenheitspflicht dient dem Schutz der für das Gelingen der Psychotherapie notwendigen Vertrauensbeziehung zwischen der Klientin/dem Klienten und der Therapeutin/ dem Therapeuten.

  • Depression
  • Burn-Out
  • Ängste/Phobien/Panikattacken
  • Traumata und kritische Lebensereignisse
  • Schmerzen
  • Psychosomatische Erkrankungen
  • Zwangsstörungen
  • Sucht/Abhängigkeit
  • Persönlichkeitsstörungen
  • Schlafstörungen
  • Essstörungen/Magersucht/Bulimie/Adipositas
  • Suizid/Suizidgedanken/Selbsttötungsgefahr
  • Trauer/Abschied/Trennung
  • Familie und Partnerschaft
  • Sexualitäten und Identitäten

Psychotherapie ist die Behandlung emotionaler, seelischer und begleitender körperlicher Leidenszustände. Die therapeutische Begegnung hilft Ihnen dabei, Symptome zu lindern und die psychische sowie körperliche Gesundheit wiederherzustellen.

Sie müssen sich jedoch in keinem Leidenszustand befinden, um von Psychotherapie zu profitieren. Psychotherapie ist eine ausgezeichnete Methode der Persönlichkeitsentwicklung, in der Sie sich, Ihre unbewussten Muster und die daraus resultierenden Verhaltensweisen besser kennen lernen können.

In der Beziehung und Interaktion zwischen Ihnen als Klient*in und mir als Therapeut arbeiten wir an einem vertieften Verständnis für ihr Erleben sowie Handeln und erarbeiten einen Zugang zu Ihnen bisher nicht bewussten Persönlichkeitsanteilen, um diese bei Bedarf zu verändern.

corona online Guppe - Thomas Groinig

Die aktuelle Corona-Krise erschwert den sozialen Austausch. Zudem schüren Ungewissheit und tägliche Katastrophenberichte Angst und Sorge um das eigene und das Wohlergehen unserer Nächsten.

Der Austausch in der Gruppe soll psychische Not lindern, Mut geben, Kontakt mit Gleichgesinnten und Hoffnung für die Zukunft bringen, Umgang mit neu entstandener Arbeitslosigkeit, Einsamkeit und Schlafproblemen fördern, uvm.

Die Gruppe

findet wöchentlich, statt. NächsterTermin: Donnerstag, 07.05. um 16.30 Uhr
(Tag, Termin und Zoom-Meeting-Zugang können sich ändern – bitte regelmäßig nachsehen!)

Maximale Anzahl der teilnehmenden Personen: 12
(der Einlass erfolgt anhand zeitlicher Reihung)
Die Gruppe findet ab 3 teilnehmenden Personen 1 Stunde statt, ab 6 Personen 1,5 Stunden.

Dauer: 60 bis 90 Minuten

Thema der Gruppe: Reflexion des persönlichen Corona-Krisen-Befindens und Austausch mit anderen Betroffenen

Art der Gruppe: Offene, geleitete Gruppe

Gruppenleitung: Thomas Groinig (Psychologische Beratung) und Erwin Holzer-Horny (Psychotherapeut)

Erreichbarkeit

Die Gruppe findet als Zoom-Meeting statt und kann durch Klick auf nachfolgenden Link erreicht werden:

https://us04web.zoom.us/j/79949849149
Meeting-ID: 79949849149

Voraussetzungen

Computer, Notebook, Tablet oder Handy mit aktiviertem Mikrofon und aktivierter Kamera

Internetzugang mit ausreichendem Datenvolumen

Sinn/Zweck der Gruppe

Austausch über das eigene Empfinden der Krise in der Gruppe zur Linderung von Not und Ängsten.

Der Besuch der Online-Gruppe setzt einen verantwortungsvollen Umgang mit der eigenen Person und den weiteren Gruppenteilnehmer*innen voraus!

 

Für Schäden und Kosten jedweder Art wird keine Haftung übernommen!
Psychologische Beratung (Lebens- und Sozialberatung) ist kein Ersatz für medizinische Behandlung sowie Psychotherapie.

Bildnachweis: Tumisu from Pixabay

 

"So wie du bist, so wie du lebst, bist du wertvoll."

Trans*identität - Thomas Groinig

Trans*identität – ein Überblick

Neugeborenen wird üblicherweise das Geschlecht bei oder kurz nach der Geburt zugewiesen und damit auch seine Geschlechtsidentität bestimmt. Das erfolgt meist mittels Beurteilung der sichtbaren primären Geschlechtsmerkmale. Erkennbare Variationen, als Abweichungen von der Norm, werden dabei vielfach operativ an ein Geschlecht angeglichen. Diese weitverbreitete heteronormative Herangehensweise in binären Gendergrenzen lässt somit die Möglichkeit eines dritten Geschlechts außer Acht, obwohl uns keine Verfahren zur Verfügung stehen, die Identität eines Menschen von außen zu bestimmen. Diese Denkweise bezieht die Vielfalt des menschlichen Lebens nicht mit ein.

Wie die Identitätsbildung in mannigfachen Bereichen der lebenslangen menschlichen Entwicklung kennt auch die geschlechtliche Identitätsbildung Veränderungsprozesse, weitere Varianten, die oft einhergehend mit der Infragestellung der Binarität der Geschlechter im Verlauf des Lebens erfolgt.

So kann anstelle der heteronormativen Cis*identität eine Trans*identität treten und die zugewiesene Geschlechtsidentität in Frage stellen und ersetzen. Entwicklungen von Cis*frauen zu Trans*männern und weiter zu Männern, Entwicklungen von Cis*männern zu Trans*frauen und weiter zu Frauen, wie auch alle Variationen dazwischen und außerhalb dieser Binarität sind möglich.

Trans*menschen sind dabei höchst vielfältig, was sie jedoch gemeinsam auszeichnet sind

  • die Überzeugung, nicht dem biologischen, sondern einem anderen Geschlecht anzugehören,
  • der Wunsch, in der Rolle des anderen Geschlechts zu leben und unter Umständen den Körper soweit wie möglich dem anderen Geschlecht anzugleichen
  • unter Umständen der Wunsch nach Personenstandsänderung, also Anerkennung als Frau der Trans*frau und Mann des Trans*mannes

Wichtig scheint an diesem Punkt die Unterscheidung zwischen Identität und sexueller Orientierung als voneinander unabhängigen Dimensionen. Bei Cis*- wie auch Trans*menschen treffen wir heterosexuelle, bisexuelle und homosexuelle Orientierungen an, wobei ein großer Teil der Trans*menschen nach der Transition gleichgeschlechtliche Partnerschaften eingeht.

Die Geschlechtsidentität entwickelt sich ab der Geburt, unterliegt dabei biologischen, psychischen und sozialen Einflüssen und ist etwa gegen Ende des zweiten Lebensjahres etabliert. Das Kind erlebt in diesen zwei ersten Lebensjahren seine Eltern nicht in ihrer geschlechtlichen, sondern sozialen Rollen und differenziert dabei sowohl diese als auch sich selbst nicht in geschlechtsspezifischen Kategorien.

Entwickeln Kinder ihre Identität entgegen der biologisch zugewiesenen, so ist dies für sie zunächst nicht konflikthaft. Jedoch reagieren Eltern in unserer heteronormativen Gesellschaftsstruktur auf ihre Kinder meist geschlechtsrollenstereotyp, betrachten und erziehen ihre Kinder nach diesen Wertvorgaben und Normen. Damit beginnen transidente Kinder ihr „Anderssein“ konflikthaft wahrzunehmen, unter den sozialen Forderungen zu leiden und einen geradezu verzweifelten Kampf gegen sich selber, oftmals mit einer intensiven, lange währenden Auseinandersetzung damit, ein der Identität entsprechendes Leben zu führen. Durch die oftmals Jahre oder Jahrzehnte andauernde Verheimlichung der wahren Identität kann es zu enormen Belastungen, Depressionen und weiteren psychischen Störungen bis hin zu suizidalen Tendenzen kommen.

Den bereits genannten Herausforderungen des Prä-coming-out, als Phase des inneren Gewahrwerdens und Akzeptanz der Transidentität folgen die der Coming-out-Phase, des Hinaustretens mit der Information, transident zu sein – ohne dadurch eine andere Person geworden zu sein – mit all den dazugehörigen Ängsten eventueller Entwertung und Diskriminierung. Dazu kommen teils massive Belastungen im Rahmen der Transition, in Form psychischer und gesundheitlicher Beschwerden während der Hormonbehandlung, operativen Angleichung und im Rahmen der Personenstandsänderung. Trans*menschen sollen dabei selbst bestimmen, welche Schritte sie zu welcher Zeit tun. Durch die gewählten Schritte der Angleichung des Körpers an das Geschlecht fühlt sich die Trans*person nun endlich „ganz“ und „identisch“ mit sich selbst.

Coming-out ist ein lebenslanger Prozess bei dem es in der Integrationsphase gilt, die Akzeptanz der Transidentität und den Selbstwert hin zu einer Trans*pride zu stärken.

Nicht selten auch aufgrund rechtlicher Auflagen und um Coming-out, Transition und die nachfolgende Integration mit Fragen zu rechtlichen Bestimmungen, realistischen Zielen, Kostenersatz durch die Krankenkassen uvm. möglichst optimal zu durchlaufen, begeben sich Trans*personen vielfach in einen trans*affirmativer Coachingprozess bzw. Psychotherapie.

Eine weitere Gruppe, die ebenso Beratung benötigt, sind nahe Angehörige, Familie, Freunde und Kollegen in der Arbeit, die einerseits Bewältigungsstrategien im Umgang mit der für sie neuen, oft überfordernden Situation benötigen und andererseits ihren eigenen, sekundären Coming-out-Prozess durchleben, wobei es Mut braucht, Solidarität mit der Trans*person zu zeigen und Vorurteile anderer als solche zu benennen und zurückzuweisen.

Weblinks

Überblick Begriffserklärungen: https://www.transx.at/Pub/TransWas.php

Lexikon > Transsexualität: https://www.familienberatung.at/lexikon/transsexualitaet

Empfehlungen für den Behandlungsprozess bei Geschlechts-Dysphorie bzw. Transsexualismus: https://www.sozialministerium.at/site/Gesundheit/Gesundheitsfoerderung/Psychische_Gesundheit/Transsexualismus_Geschlechtsdysphorie/

Geschlechtswechsel: https://www.wien.gv.at/menschen/queer/transgender/geschlechtswechsel/

Körperlicher Geschlechtswechsel durch medizinische Behandlung: https://www.wien.gv.at/menschen/queer/transgender/geschlechtswechsel/koerperlich/

Rechtliche Anerkennung im eigenen Geschlecht: https://www.wien.gv.at/menschen/queer/transgender/geschlechtswechsel/rechtlich/

Transgender (wikipedia): https://de.wikipedia.org/wiki/Transgender

Intersexualität (wikipedia): https://de.wikipedia.org/wiki/Intersexualit%C3%A4t

Psychosoziale Beratung: https://www.courage-beratung.at/beratung

TransX - Verein für Transgender Personen: https://www.transx.at/index.php

Trans-Austria: https://www.trans-austria.org/trans-austria/

TransGender in Österreich: https://transgender.at/index.html

 

Die Idee zu diesem Artikel stammt aus den Büchern „Anne wird Tom – Klaus wird Lara – Transidentität / Transsexualität verstehen“ und „Transsexualismus – Genderdysphorie – Geschlechtsinkongruenz – Transidentität: Der schwierige Weg der Entpathologisierung (Psychodynamik kompakt)“ des Professors für Klinische Psychologie, Psychoanalytikers und Psychotherapeuten Udo Rauchfleisch. Bildnachweis: Photo by Sharon McCutcheon from Pexels

Beziehung - Thomas Groinig

 „Irgendwann kam mir der Gedanke, daß ich ihnen vielleicht bei der Suche nach neuen Formen der Ehe helfen könnte, natürlich nicht mit irgendwelchen Ratschlägen, sondern unter Umständen mit etwas ganz Neuem." Carl R. Rogers

 

Carl Ransom Rogers, Entwickler der Personzentrierten Psychotherapie, schrieb 1972 das Buch "Becoming Partners: Marriage and its Alternatives". Dies erschien 1975 in deutscher Fassung unter dem Titel "Partnerschule". Rogers teilt darin seine Erfahrung mit Paaren, deren Beziehungen, Konflikten und ihrem Wachstum mit, er gibt Einblicke in sein eigenes Beziehungsleben und beschreibt wiederkehrende Elemente, die für eine Partnerschaft von Bedeutung zu sein schienen.

Nachfolgend habe ich die mir wichtigen Textpassagen zusammengefasst, ungereiht aufgelistet, ohne jeglichen Anspruch auf Vollständigkeit. Wichtig scheint mir zu erwähnen, dass, wenn Rogers von gleichgeschlechtlichen Ehepartnern spricht, auch alle heute gelebten Beziehungsformen gemeint sein dürfen.

"Partnerschule"

Zusammenleben will gelernt sein –
das offene Gespräch mit Paaren und Ehepaaren

Carl Ransom Rogers, 1982 / 17.–18. Tausend: März 1991

Zitate

Aber nur selten stoßen wir auf ein wahres Bild dessen, was Partnerschaft ist, so wie sie von innen wahrgenommen wird, wie sie gelebt und erfahren wird. (S. 8)

[] in diesem gefahrvollen Prozeß, den wir Leben nennen, [] bei dem besonderen Wagnis einer Partnerschaft mit einem anderen Menschen [] (S. 11)

Den Menschen wird in zunehmendem Maße klar, daß eine Beziehung zwischen Mann und Frau nur insoweit von Dauer sein kann, als sie die emotionalen, psychologischen, intellektuellen und physischen Bedürfnisse der Partner befriedigt. (S. 13)

[] für ihre Enttäuschung über seinen Mangel an sexueller Aggressivität. (S. 22)

[] bis aus diesen Gefühlen Anklagen wurden [] (S. 22)

Dann hätte er ganz offen eine menschlichere, kindliche und fehlbare Person werden können. (S. 23)

Ich habe keine Angst mehr davor, ihm von all den dummen und unlogischen Gefühlen zu erzählen, die immer wieder in mir aufsteigen. (S. 25)

[] daß es für jede anhaltende Beziehung besser ist, wenn nachhaltige Gefühle auch ausgedrückt werden. Sie zu unterdrücken, kann in einer Beziehung großen Schaden anrichten. (S. 26)

[] daß man über die Dinge in seinem Privatleben, über die man glaubt, unmöglich rede zu können, dennoch reden kann, und zwar frei und ungezwungen. (S. 29)

Beängstigend war es, weil jede Frage und jede Antwort den einen oder anderen so verwundbar machten – für Angriffe, Kritik und Zurückweisungen. (S. 29)

Jeder lernte, die Wünsche, Tabus, die befriedigenden und unbefriedigenden Dinge im sexuellen Leben des anderen weitaus besser zu verstehen. (S. 29)

[] zu einer vollen, anhaltenden, befriedigenden und bereichernden sexuellen Beziehung, in der wir über neu auftauchende Schwierigkeiten miteinander reden konnten. (S. 29)

[] es bewahrte uns zweifelhaft vor einer tiefen Entfremdung [] (S. 29)

[] daß wir offenbar erkannten, daß die Dinge, die man vor dem anderen unmöglich enthüllen kann, dennoch ausgesprochen werden können, daß man die Probleme, die man für sich behalten muß, mit dem anderen teilen kann. (S. 29)

Keiner von uns war mit seinem eigenen Leben jemals so beschäftigt, daß er keine Zeit hatte, es mit dem anderen zu teilen. (S 30)

[] daß ich an den Punkt kam, wo ich mein „Selbst“ nicht mehr von dem ihren trennen konnte. Ich verlor mein „Selbst“ im wahrsten Sinne des Wortes. (S. 31)

Jeder von uns hatte also ein eigenes Leben und eigene Interessen und das gemeinsame Leben. (S. 33)

[] daß in jeder dauernden Beziehung zwischen Mann und Frau gearbeitet und aufgebaut werden und jede derartige Beziehung immer wieder durch das Wachsen beider Partner aufgefrischt werden muß. (S. 36)

Warum verzerren wir die Dinge in unserer Erinnerung? Weil das eine oder andere Bedürfnis uns dazu zwingt. (S. 38)

Es ist anzunehmen, daß seine höchst unbefriedigenden Erfahrungen mit Drogen mit ein Grund waren, daß er eine zwischenmenschliche Beziehung dem Versuch vorzog, in Chemikalien Befriedigung zu finden. (S. 39)

All dies scheint mir ein Teil des Erwachsenwerdens zu sein, gleichgültig, ob es früher oder später einsetzt. (S. 42)

Sicherlich haben Sie diese Art von Beziehung schon einmal bei fünf- oder sechsjährigen Kindern beobachtet. Das eine verlangt vom anderen, sich anders zu verhalten, und gerät in Wut, wenn das nicht geschieht. (S. 47)

Eine Person, die das Glück hatte, psychisch erwachsen zu werden, wird nie eine Bindung oder Verpflichtung eingehen, ohne sich vorher die Konsequenzen zu überlegen. Es ist unwahrscheinlich, daß sie sich in irgendeiner Weise für ihr ganzes Leben bindet, weil sie weiß, daß sie ihre eigene Entwicklung so genau nicht vorhersagen kann. Aber wenn sie eine bestimmt Situation eingehend überdacht hat, ist sie imstande, eine reale Bindung einzugehen und an ihr festzuhalten. (S. 49)

[] daß es „Zeit und Arbeit“ erfordert, um zu einer besseren Beziehung und einem harmonischeren Zusammenleben zu gelangen. (S. 49)

[] wirklich eine andere Person war und Gefühle hatte, die genauso gültig waren wie meine eigenen [] (S. 49)

Dadurch verändert sich der Ton des Gesprächs, denn als sie merken, daß jemand sie versteht, auch wenn es nur einaußenstehender Dritter ist, sind beide imstande, tiefer und Klarer in das Wesen ihrer Schwierigkeiten und Uneinigkeiten einzudringen. (S. 54)

Ob meine zweite, ziemlich didaktische Reaktion von Nutzen war, ist schwer zu sagen, aber ich konnte das unfruchtbare Argumentieren der beiden einfach nicht mehr ertragen. (S. 54)

Ihre Einstellung zum Sexualleben, einem der wichtigsten Aspekte der Ehe [] (S. 58)

Wenn [] lernen, ihre Gefühle, so wie sie sie im Augenblick empfinden, noch genauer auszudrücken, dann besteht einiger Grund zum Optimismus. (S. 58)

Ich finde, wenn ich etwas verberge, dann errichte ich mit der Zeit eine Mauer zwischen uns. (S. 61)

Wir hätten gleich darüber reden können, aber wir merkten damals nicht, was los war. Dennoch lohnt es sich, auch später noch darüber zu sprechen. (S. 63)

[] daß eine Ehe [] nie „stabil“ ist; beständig ist sie nur als fortlaufender Wandlungsprozeß. (S. 68)

Zuwenig Veränderung oder Abwechslung tötet den Sex. Langweile ist weder sinnlich noch erotisch. (S. 70)

Diese Tiefe läßt sich nur erreichen, wenn man auch an den schmerzlichsten Gefühlen arbeitet – an den Gefühlen, die am ich am liebsten meiden würde. (S. 70)

„Wir möchten alles so weitgehend miteinander teilen, daß selbst die verbotenen, die beschämenden, die eifersüchtigen und die zornigen Empfindungen so ausgedrückt und akzeptiert werden wie die zärtlichen und die liebenden Gefühle.“ (S. 76)

„Wir möchten, daß unsere Ehe voll ist von Überraschungen, von neuen und wechselnden Erfahrungen, und wir wollen erfinderisch sein bei er Schaffung von Neuem.“ (S. 76)

Mir scheint, als sei mein ganzes Leben ein ständiges Wachsen gewesen: von der Besorgtheit um das, was andere von mi denken, zu der Sicherheit des Gefühls, o.k. zu sein. Auf das Erwachsenwerden! (S. 77)

Keiner dieser Gründe stellt eine solide Basis für eine Partnerschaft dar. (S. 116)

Ein anderes Mädchen [] kam mit meinen Kindern nicht zurecht. Sie wollte sie zum Beispiel zu Disziplin erziehen, ohne ihnen zuerst einmal Liebe entgegenzubringen. Ich glaube aber, daß man Kinder nicht disziplinieren kann, solange sie nicht wissen, daß man sie auch liebt. (S. 118)

[] wenn sie sich einmal irgend etwas wünschte, dann sei es das beste, sie sorge auch dafür, daß sie es bekommt. (S. 119)

Wir wollten uns nicht gegenseitig unterdrücken, und wir wollten einander nicht daran hindern zu wachsen. Das kann in einer Ehe zu leicht passieren. Unsere Ehe gibt mir und ihr die Freiheit zu wachsen und aus unserem Leben etwas zu machen. Jeder soll seine Interessen weiterentwickeln. (S. 122)

Ein Aspekt der Ehe [] ist die veränderte Methode, mit der [er] versucht, zum Erfolg der Ehe beizutragen. In der ersten Verbindung hoffte er dieses Ziel zu erreichen, indem er Dinge tat – die Hausarbeit, das Wäschewaschen, die geschäftlichen Unternehmungen und da Studium. Er glaubte, wenn er sich in all diesen Dingen die größte Mühe gab, dann würde sich seine Ehe verbessern, und er arbeitete bis zur Erschöpfung.
In der zweiten Ehe befaßte er sich in erster Linie damit, den Prozeß der Beziehung zu verbessern, indem er nicht nur seine Gefühle, sondern auch seine Gedanken in bezug auf die Umwelt und seine Ambitionen mit [ihr] teilt, was sehr bald zu einem wechselseitigen Teilen und Mitteilen führt. Die Dinge zu tun ist zweitrangig, das ergibt sich aus der Beziehung. (S. 127)

Diese beiden passen sich ganz einfach ihren jeweiligen Stimmungen an; sie stellen keine Regeln oder Prinzipien auf, sondern berücksichtigen die augenblicklichen Bedürfnisse des anderen. (S. 137)

Das Teilen der guten wie der schlechten Gefühle, der Schmerzen wie der Freuden und das Suchen nach dem, was man wirklich fühlt und erlebt ist etwas ganz Neues. (S. 151)

[] daß dieses Teilen und Mitteilen alles dessen, was das Selbst erlebt und fühlt fast immer zu persönlichem Wachsen führt. (S 151)

Sie lernen, daß das Leben auch ohne Anregung durch die Droge wertvoll sein kann. (S. 156)

[] verwandelte sich unter dem Einfluß von Marihuana vom reinen Verstandesmenschen in jemand, der sein gesamtes Selbst mit allen Gefühlen akzeptierte, was der Ehe sehr gut bekam. (S. 157)

Es gab immer eine Menge Konflikte. Im Laufe der letzten Jahre haben wir gelernt, diese Tatsache als etwas Positives zu akzeptieren, als etwas, das unser Wachsen fördert, das uns die Langeweile erspart und uns davon abhält, einander als selbstverständlich zu betrachten. Die Konflikte, die früher sehr viel Bitterkeit mit sich brachten, werden heute mit Humor ausgetragen. (S. 159)

Die andere Art von Streit, die wir haben, führt dazu, daß einer von uns irgendwie so lebendig und so selbstbewußt wird, daß wir die Fassaden, die Unehrlichkeiten und all das nicht länger ertragen und sagen: „Ich will das und das haben, und mit weniger gebe ich mich nicht zufrieden.“ (S. 159)

[] unsere Ehe wurde immer wieder durch Krisen vor dem Zusammenbruch gerettet. (S. 164)

Irgendwie scheit es, als wäre man in kritischen Zeiten so lebendig, so energisch und verzweifelt, daß einfach irgendwas geschieht. (S. 165)

[Sex] ist vor allem eine wichtige Art der Kommunikation. (S. 176)

Es ist seltsam, aber diese gegenseitige Kontrolle der möglichen Liebesaffären des anderen ist die einzige Kontrolle, die wir einander gegenüber ausüben. (S. 177)

Ich glaube, das hat auch unsere Ehe lebendig gehalten, ich meine, daß keiner von uns da Bedürfnis hatte, den anderen zu kontrollieren. (S. 177)

[] daß die Ehe aus lauter Prozessen besteht, die man selbst in Gang setzt [] (S. 183)

[] daß ein „Nervenzusammenbruch“, „Geisteskrankheit“, „Schizophrenie“ und ähnliches nur in den seltensten Fällen Krankheiten sind. Die Umstände können so überwältigend, die Konflikte so groß oder das Selbst so unbekannt und schwach sein, daß sich ein bizarres Verhalten als einzige Möglichkeit zum Umgang mit der Welt anbietet. (S. 189)

Eine Ehe, die sich aufgrund der Entwicklung beider Partner ständig verändert, ist ohne Zweifel eine der größten Sicherheiten, die der Mensch kennt. Von ihr aus kann er Gefahren auf sich nehmen und frei an einer Veränderung seiner Welt arbeiten, denn er weiß, daß er jederzeit zu dieser sicheren Beziehung zurückkehren kann, obwohl auch diese Sicherheit nichts Statisches ist, sondern sich immer wieder verändert. (Ehe als Prozeß.) (S. 190)

Elemente [], die darauf schließen lassen, daß eine Partnerschaft für beide von Bedeutung und vermutlich auch von Dauer sein würde [] (S. 191)

Hingabe? Bindung? (S. 191)

„Wir beide verpflichten uns zu gemeinsamer Arbeit an dem wechselnden Prozeß unserer derzeitigen Beziehung, weil diese Beziehung unsere Liebe und unser Leben bereichert und wir möchten, daß sie wächst.“ (S. 193)

Die Verpflichtung ist individuell, aber die beständige, schwierige und riskante Arbeit [] ist notwendigerweise eine Arbeit, die gemeinsam gleistet werden muß. (S. 193)

Sie bezieht sich nicht in erster Linie auf die eigene Person oder auf das andere Individuum, sondern auf die unmittelbare Beziehung, die zwischen beiden besteht. (S. 193)

Kommunikation (S. 194)

[] jeder von beiden wird eine Menge über den anderen erfahren, wenn beide imstande sind, nur ihre Gefühle auszudrücken, und den anderen nicht anklagen. (S. 194f)

Diese Art der Kommunikation basiert auf der Einstellung: „Ich möchte meine Gefühle mit dier Teilen, selbst wenn diese nicht immer positiv sind.“ (S. 195)

Derartige Kommunikation birgt immer ein Risiko. Man zeigt dem anderen eine bis dahin unbekannte und daher verletzliche Facette des eigenen Selbst. (S. 195)

Diese tief verletzbare Kommunikation hat eine Wirkung, die die meisten Leute nicht glauben, solange sie es nicht versucht haben: Das Teilen und Mitteilen der tiefsten Empfindungen, die man in sich selbst finden kann, führt fast unausweichlich zu einem ähnlichen Te3ilen und Mitteilen auf seiten des anderen. (S. 195)

„Ich will den Versuch riskieren, meinem Partner jedes positive und negative Gefühl soweit mitzuteilen, wie ich selbst es in mir verstehe als lebendigen und gegenwärtigen Teil meines Ich. Ich will ferner versuchen, seine oder ihre Reaktion mit aller mir zur Verfügung stehenden Einfühlungskraft zu verstehen, gleichgültig, ob diese Reaktion anklagend und kritisch oder teilend und selbstdarstellend ist.“ (S. 196)

Je weniger in der augenblicklichen Beziehung verborgen wird, desto fruchtbarer wirkt sich das auf Wachsen, Veränderung und Entwicklung der Partnerschaft aus. (S. 196)

Die Aufhebung der Rollen (S. 196)

[] Erwartungen, die aus der Kultur oder der Subkultur aufsteigen. (S. 196)

In den Ehen, die für beide Partner befriedigend zu sein scheinen, spielen die Rollen eine immer geringere Bedeutung, bis die Erwartungen praktisch völlig verschwinden [] (S. 196)

Geht man diesen Weg, weil die eigenen Gefühle, der eigene natürliche Rhythmus diesem Weg entsprechen, oder betrügt man sich selbst, wenn man sich sagt, daß man dieser Weg gewählt hat? Die eigenen Gefühle zu kennen ist nicht leicht. Aber in dem Maße, in dem man auf den eigenen Organismus hören und in die Richtungen gehen kann, die einem ein gutes Gefühlt geben, entfernt man sich von dem Verhalten, das durch Rollenerwartungen bestimmt wird. (S. 197)

„Wir wollen entsprechend unseren eigenen Empfindungen leben und uns nicht von der Wünschen, den Vorschriften und Erwartungen anderer formen lassen.“ (S. 197)

Eine selbstständige Person werden (S. 197)

Es ist die Tatsache, daß die Partnerschaft reicher und besser wird, wenn jeder Partner in zunehmendem Maße er selbst wird. (S. 197)

[] je selbstständiger beide werden, desto größer ist die Chance für eine starke Bindung. (S. 197)

Eine lebendige Partnerschaft besteht aus zwei Menschen, von denen jeder sein eigenes Selbst besitzt, respektiert und entwickelt. (S. 197)

Die Entdeckung des eigenen Selbst. Es bedeutet in erster Linie, daß eine Person fortwährend versucht, ihren inneren Gefühlen näher zu kommen. (S. 198)

Akzeptierung des Selbst. Es lernt, all diese unterschiedlichen Reaktionen als echten Teil seiner selbst zu akzeptieren, dessen es sich nicht zu schämen braucht. Es beginnt, sich selbst zu besitzen, und je mehr es sich selbst besitzt, desto mehr kann es es selbst sein. (S. 198)

Wenn eine Person in einer Partnerschaft alle verrückten und schrecklichen, zärtlichen und schönen Aspekte ihres Selbst akzeptiert, dann wird es leichter, mit ihnen zu leben. (S. 198)

Die Masken fallen lassen. (S. 198)

Erfahrungswerte. All dies bedeutet, daß jeder Partner in sich das entwickelt, was ich gerne als „Inneren Ort der Bewertung“ bezeichne. Damit meine ich, daß der Wert, die Bedeutung, die eine Erfahrung für einen Menschen hat, [] bestimmt wird [] durch das, was er bei dieser Erfahrung im Innersten „empfindet“. (S. 199)

Wenn man ein inneres Bewertungszentrum hat, dann verläßt man sich auf diese [] Beurteilung und bestimmt sein zukünftiges Verhalten nach ihr. (S. 199)

Wenn eine Person Fortschritte in der Entwicklung zu einer selbständigen Persönlichkeit macht, dann ist sie ein guter und wertvoller Partner, kein Sklave oder Sklaventreiber, kein Schatten und kein Echo, [] niemals langweilig. (S. 199)

Wachsen für beide. Wer sich selbst in dem Prozeß befindet, er selbst zu werden, der wird seinen Partner fast unausweichlich in die gleiche Richtung führen und jeden seiner Schritte freudig begrüßen. (S. 199)

[] daß es durchaus negative Folgen für eine Beziehung haben kann, wenn dieses Wachsen nur bei einem Partner stattfindet und bei dem anderen nicht. Dadurch kann eine zunehmende Entfremdung eintreten [] (S. 199)

„Vielleicht kann ich das, was ich tief im Inneren wirklich bin, entdecken und ihm näherkommen. Manchmal bin ich zornig und wütend, manchmal zärtlich und liebevoll, und gelegentlich bin ich schön und stark oder wild und schrecklich – vielleicht kann ich mich als diese vielschichtige Person, die ich bin, akzeptieren. Vielleicht kann ich ganz offen diese Person sein. Wenn mir das gelingt, dann kann ich meinen eigenen, selbst erfahrenen Werten entsprechend leben, obwohl mir bewußt ist, was die Gesellschaft von mir erwartet. Vielleicht kann ich dann ein wirklicher Partner sein, weil ich dabei bin, eine wirkliche Person zu werden. Vielleicht gelingt es mir auch, meinem Partner Mut z machen, seinem Weg zu einer eigenständigen Persönlichkeit zu folgen.“ (S. 199f)

[] daß es auch Ziel der Erziehung sein muß, den jungen Menschen zu lehren, als Person mit anderen Personen zu leben. (S. 204)

Entweder würden sie danach beschließen, daß sie nicht zueinander passen und sich trennen, bevor größeres Unheil angerichtet wurde, oder sie würden weiterhin diese schwierigen Probleme offen miteinander besprechen. (S. 207)

Gruppen [], die jungen Leuten die Gelegenheit bieten, offen über ihre Gefühle und Erwartungen zu sprechen, sind ganz sicher ein wichtiger Weg zu dauerhaften Partnerschaften. (S. 2017)

Das gleiche gilt für die immer zahlreicher werdenden Gruppen für Ehepaare. Auch hier kann die Gruppenerfahrung zur Trennung oder zur Scheidung führen, aber in den meisten Fällen ist das Ergebnis eine größere Bereitschaft, echte Gefühle auszudrücken und Konflikte zu lösen. (S. 207)

[] daß die Entwicklung eines Kindes zu einer wahrhaft eigenständigen, ihrer selbst sicheren, expressiven und kreativen Person auch die größten geistigen und finanziellen Anstrengungen wert ist. (S. 208)


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